Hang zur Kultur 2026 – Blumen statt Beton

Auch in diesem Jahr waren wir Teil des jährlichen Stadtteilfestes auf dem Sonnenberg: dem Hang zur Kultur. Mit einem musikalischen Umzug quer durch den Stadtteil durften wir das Programm am Nachmittag eröffnen. Das diesjährige Motto: Blumen statt Beton.

© Jan Felber

Tanzende Blumen und Bienen

Hinter dem Umzug steckt ein längerer Prozess. In den wöchentlichen, offenen Workshopformaten – Community Chor, Streetband Sonnenberg und Seniorensingen – wurde in den Wochen vor dem Fest das musikalische Material gemeinsam erarbeitet. Am 16. Mai fand zudem ein Community Tag statt, bei dem die Objekte für den Umzug entstanden: selbstgebastelte Blumen und Sonnen und, als zentrales Stück, eine riesige Bienenpuppe – die Bienenkönigin. Wer bisher noch nicht in einem der Workshops dabei war, konnte hier zum ersten Mal mitmachen: basteln, musizieren und gemeinsam den Umzug vorbereiten.

© Jan Felber

Am Hang zur Kultur, dem 23. Mai, begann der Morgen mit Spielwiese Musik auf dem Lessingplatz – einem offenen Angebot für Kinder von 0 bis 5 Jahren und ihre Bezugspersonen. Ab Mittag füllte sich der Platz. Puppenspieler Jörg schickte die Bienenkönigin auf ihren ersten Flug, die Polizei fing an die Strecke abzusichern und zwei Redebeiträge rahmten den Start – über grüne Städte und was Grünflächen für ein Viertel bedeuten. Dann setzte sich der Umzug in Bewegung.

Rund 110 Menschen zogen mit Trommeln, Gesang und der Bienenkönigin vom Lessingplatz durch die Straßen des Sonnenbergs bis zur Stadtwirtschaft. Nachbar*innen öffneten ihre Fenster, entlang der Strecke blieben Menschen stehen. In der Stadtwirtschaft gab es eine Abschlusskundgebung, bevor Sonnenblumen an alle Mitziehenden verteilt wurden.

Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Stadtteilmanagement Sonnenberg, der Stadtwirtschaft, Undo.Yarn, die das Banner des Umzugs gestalteten, und dem Ideengarten, der die Redebeiträge koordinierte.

© Jan Felber

Stärkung des Zusammenhalts

Das Community Ensemble, das den Umzug musikalisch trug, spiegelte unterschiedliche Zielgruppen wider: Senior*innen aus dem Seniorensingen, Familien, Studierende, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationsbiografie zogen gemeinsam durch ihren Stadtteil. Diese Vielfalt entstand nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis der bewusst offenen und inklusiven Struktur der Workshopangebote.

Besonders bemerkenswert waren die Rückmeldungen von Menschen, die den Sonnenberg durch den Umzug zum ersten Mal wirklich erkundet haben. Einige erzählten, dass Freund*innen ihnen davon abgeraten hatten, hier allein unterwegs zu sein – und dass sie an diesem Tag Cafés und Läden entdeckt haben, die sonst unsichtbar bleiben. Sie wollen wiederkommen.

Am Ende des Tages teilte Tolga Cerci, Stadtteilmanager Sonnenberg, auf Instagram:

„Das Paper Lantern Collective hat es wieder getan. Mega.“

© Jan Felber

2025 fand der erste musikalische Umzug statt. 2026 war er tiefer im Stadtteil verwurzelt – mit mehr Kooperationspartnern, mehr Teilnehmenden und einem intensiveren gemeinsamen Vorbereitungsprozess. Die Frage, die uns jetzt beschäftigt: Wie wird daraus eine Tradition, die wirklich dem Sonnenberg und seinen Bewohner*innen gehört?

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