Matt Robinson

Co-Direktor & Co-Gründer

(er/ihm) (en, de)

Matt Robinson hat das erste Community-Music-Programm innerhalb einer klassischen Kulturinstitution in Deutschland aufgebaut — am Konzerthaus Dortmund, mit jährlich über 15.000 Teilnehmenden — und ist Co-Gründer des Paper Lantern Collective. In fast zwanzig Jahren hat seine Arbeit die Praxis von Community Music in Deutschland, Großbritannien, Hongkong und Norwegen geprägt.

Er arbeitet in einer klaren Tradition: Welfare State International, More Music Morecambe und weitere — eine britische Tradition langfristiger, ortsbezogener, community-geleiteter Praxis. Sein eigener Einstieg kam als Teenager in Morecambe, beim Spielen mit der Baybeat Streetband unter Pete Moser. Es war der Moment, in dem er bemerkte, dass eine andere Welt möglich ist — und es bleibt das Fundament von allem, was er seither aufgebaut hat.

Matt wurde als Jazz-Klarinettist am Leeds Conservatoire ausgebildet, wo er den Ernest H. Morris Prize für Community Music gewann, und gründete das Lancaster Jazz Festival als Teil der nordenglischen Jazzszene, bevor er 2019 nach Deutschland zog. Am Konzerthaus Dortmund entwickelte er wegweisende partizipative und Community-Projekte, darunter eine Neubearbeitung von Beethovens Neunter Symphonie mit dem Stegreif Orchester und eine Community Symphony mit 300 nicht-professionellen Künstler*innen. International war er maßgeblich am Aufbau der ersten Community-Music-Projekte in Hongkong mit dem British Council beteiligt, arbeitete langfristig mit dem Vestnorsk Jazzsenter und beriet das norwegische Kulturministerium.

Matt ist Co-Vorsitzender des Community Music Netzwerk Deutschland, dem nationalen Fachverband, und war maßgeblich an der Entwicklung des ersten deutschen Community Music Zertifikats beteiligt, in dessen Rahmen er über dreißig angehende Community Musicians im DACH-Raum betreut hat. Er wird regelmäßig eingeladen, Impulse an der Hochschule Düsseldorf und der Universität Eichstätt-Ingolstadt zu gestalten. Er schreibt und spricht international über die Entwicklung von Community Music und ist weiterhin aktiver Musiker am Tenorsaxophon und an der Klarinette.

Matt ist überzeugt, dass Community Music eine menschenrechtsbasierte Praxis ist, keine Outreach-Strategie — und dass Kulturinstitutionen dazu da sind, ihren Communities zu dienen, nicht umgekehrt.

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Marleen Kiesel