In den Teeplantagen bei Kyoto
Kizugawa-shin, JP - das wöchentlich probende Gamelan Orchester bringt viele Menschen aus dem Dorf zusammen, schafft Gemeinschaft und kreativen Ausdruck.
An unserem letzten Tag waren wir in der Präfektur Kyoto, in Kizugawa-shi und sind an einen wunderbaren Ort, ein Community Arts Center eingebettet in Teeplantagen eingeladen worden. Es ist ein wunderschönes Fleckchen Erde, idyllisch, hügelig mit Vogelgezwitscher und einer tollen Dorfgemeinschaft. Wir wurden in dem gemeinschaftlich renovierten Community Center (wunderschöne alte japanische Architektur) willkommen geheißen. Dann machten wir einen Ausflug in die Teeplantagen und in den Ort unten im Tal. Dort gibt es Überbleibsel einer historischen Stätte - dieser Ort war vor einigen tausend Jahren mal für drei Jahre die Hauptstadt Japans gewesen. Anschließend haben wir bei einer Präsentation einen tieferen Einblick bekommen, in die Entwicklung des Ortes und des Kunstfestivals, das seit Jahren gemeinsam gestaltet wird. Wir saßen bei Tee und Reiscrackern auf dem Boden, eingepackt mit Decken und haben der unglaublich kraftvollen Geschichte gelauscht.
Hier gibt es jährlich ein gemeinschaftlich gestaltetes Festival, bei dem die Menschen aus dem Ort, gemeinsam mit Künstler:innen ihr Dorf in eine Landschaft aus gemeinschaftlich gestalteter Kunst, Musik und Kultur verwandeln. Vor sieben Jahr begann es mit einem Kunstfestival, dem die Dorfbewohner etwas skeptisch gegenüber waren, es fehlte der Bezug - aber einige der Künstler*innen blieben und es begann ein gemeinsamer Prozess, ein Samen in Form eines Kulturangebots fiel auf einen Boden, eine Gemeinschaft, die ihre eigene Kreativität entdeckte. Das Festival wuchs zu etwas, das mehr ist als eine einmalige Veranstaltung. Die Dorfgemeinschaft hat mittlerweile ein regelmäßig probendes Gamelan-Orchester. Hier durften wir zuhören. Es kamen jung und alt nach der Arbeit auf den Teeplantagen hierher, um gemeinsam Musik zu machen und zusammen zu kommen! Die Proben finden in einem Nebengebäude des Community Arts Centers statt. Es kommt mir vor wie eine Schatzinsel, hinter jeder Ecke ist hier etwas zu entdecken, eine Kunstinstallation, interessante Bücher, ein selbstgemaltes Bild oder kreative Überbleibsel von den vergangenen Veranstaltungen.
Es ist einen gemeinsamer Ort, der vor Kreativität sprüht, ein Ort für die Entwicklung und kreative Planung der nächsten Veranstaltungen, bei der sich jede:r einbringen kann.
Innerhalb der letzten Jahre hatten all die kulturellen Veranstaltungen zusätzlich einen ganz anderen Erfolg: es konnte die lokale Schule erhalten bleiben, weil es statt ausschließlich Wegzügen in die Stadt, auch Zuzüge gab, angezogen von dem gemeinschaftliche Engagement.
Und außerdem bauen all die Menschen dort auch sehr leckeren Tee an, in kleinen Familienbetrieben!
Es war für uns ein wahnsinnig verbindender Moment, zu sehen, was Kultur und Kunst schaffen kann - eine Geschichte aus dem Bilderbuch von Community arts, die wir ohne unsere Kontakte in Kyoto niemals hätten finden können! Eine Frau sagte zu unserem Besuch: “Amazing people meet amazing people”. :) Wir fühlen uns sehr geehrt, die Menschen, den Ort und das was sie geschaffen haben kennengelernt zu haben!
Check it out, auf Instagram: mikanoharart oder yagiya2020, oder auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=jINksyVM51Q
Kizugawa-shi, JP - Der Eingang des Community Arts Center mit dem Markenzeichen: eine Ziege (yagiya), die seit langer Zeit bei der Familie des Hauses lebt und Teil der Gemeinschaft ist.